Altinguel Sachverständigen
12. Januar 2026 · 6 Min.

Was tun nach einem Unfall? Die 7 wichtigsten Schritte

Unfallstelle sichern, Beweise dokumentieren, richtig kommunizieren: So gehen Sie nach einem Verkehrsunfall systematisch vor.

1. Ruhe bewahren und Unfallstelle sichern

Schalten Sie die Warnblinkanlage ein, stellen Sie das Warndreieck auf und ziehen Sie – wenn möglich – Warnweste an, bevor Sie aussteigen. Sichern Sie die Unfallstelle ausreichend weit vor der Gefahrenzone, insbesondere auf Landstraßen und Autobahnen.

2. Verletzte versorgen, Notruf wählen

Prüfen Sie, ob Personen verletzt sind, und leisten Sie Erste Hilfe. Bei Personenschäden ist der Notruf 112 in jedem Fall zu wählen. Bei reinen Sachschäden entscheidet die Höhe des Schadens und die Kooperationsbereitschaft des Unfallgegners darüber, ob die Polizei hinzugezogen werden sollte.

3. Beweise sichern

Fotografieren Sie beide Fahrzeuge aus mehreren Perspektiven, Kennzeichen, Bremsspuren, Splitterfelder und die gesamte Unfallsituation. Je mehr Kontext Ihre Fotos zeigen, desto besser lässt sich der Unfallhergang später rekonstruieren.

4. Daten austauschen, Zeugen notieren

Notieren Sie Name, Anschrift und Versicherung des Unfallgegners sowie das amtliche Kennzeichen. Sprechen Sie Zeugen aktiv an und bitten Sie um Kontaktdaten — im Streitfall sind unabhängige Zeugenaussagen oft entscheidend.

5. Keine vorschnelle Schuldanerkennung

Auch aus Höflichkeit sollten Sie an der Unfallstelle keine Aussagen zur Schuldfrage treffen oder ein Schuldanerkenntnis unterschreiben. Die Klärung der Haftung erfolgt im Nachgang auf Basis der Beweislage.

6. Nicht den Gutachter der Gegenseite akzeptieren

Sie haben das freie Sachverständigenwahlrecht (§ 249 BGB) — Sie müssen keinen Gutachter akzeptieren, den Ihnen die gegnerische Versicherung vorschlägt. Beauftragen Sie einen unabhängigen Sachverständigen Ihrer Wahl.

7. Sachverständigen beauftragen

Ein unabhängiges Schadengutachten dokumentiert Schadensumfang, Reparaturkosten und Wertminderung nachvollziehbar und bildet die Grundlage für die vollständige Regulierung durch die gegnerische Versicherung.

Fragen zu Ihrem konkreten Fall?

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Einschätzung — sprechen Sie unverbindlich mit uns.

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